ECA Präsident Bernhard Juchniewicz im Interview anlässlich der didacta 2012
von Christel Juchniewicz    19.02.2012 11:48 Uhr
Verändert unser digitales Zeitalter auch unsere Auffassung von Bildung generell?

 

Das Internet erreicht mit seinen Informationen viel mehr Menschen als andere Medien.

Durch diese Zugangsmöglichkeit zu Informationen,  Wissen, Bildungsangeboten werden die Menschen – scheinbar - autonomer. Aber: wir verbreitern meiner Meinung nach nur unser Wissen und schmälern das Verständnis für Themen. Mit meiner Auffassung von Bildung hat das nichts zu tun. Dennoch: das Internet eröffnet mit seinem Zugang zu unzähligen Bildungsangeboten jedem Lernwilligen Welten für Bildung und Persönlichkeitswachstum

 

 

Verändert sich unser Denken und Handeln durch Bildung 2.0?

Das könnte man wohl in 100 Jahren besser beantworten. Auf jeden Fall verändert es massiv unsere Wahrnehmung. Aber letztlich ist es nur ein Medium, dessen Nutzung genauso gelernt werden will wie die Nutzung anderer Medien. Dagegen, von einem Medium manipuliert zu werden, hilft Wissen und Bildung.

 

Worin besteht die Herausforderung der Bildungsträger und auch der Coaches heute in Hinblick auf Moral und Ethik – also unseren fundamentalen Werten?

Coaching lebt von der Gleichwertigkeit der Beziehung zwischen Auftraggeber und Coach. Wer Coaching als reine Unterstützung zur kurzfristigen  Leistungsoptimierung versteht, lässt sich als Feuerwehr missbrauchen. Werte zu vermitteln, wie beispielsweise Integrität, Loyalität und Vertrauen, wird von Bildungsträgern oftmals vernachlässigt und deswegen im Coaching „nachgeholt“.

 

Ist Coaching, Fort- und Weiterbildung der Weg aus unserer aktuellen Misere Stichwort Wirtschafts- und  Finanzkrise?

 

Die Geschichte zeigt, dass die Menschheit schon mit schlimmeren Herausforderungen fertig geworden ist. Lebenslange Weiterbildung, wozu auch Coaching gehört, kann unterstützen, dass Menschen nicht immer wieder die gleichen Fehler begehen und sich so weiter entwickeln können.

 

 

Können wir von anderen europäischen Ländern etwas Lernen und in was sind wir Vorbild für andere bezüglich Bildung?

Europa wächst ja auch was die Bildung betrifft zusammen. Vorbildlich finde ich unser Berufsausbildungssystem, darum beneiden uns viele Länder. Auch in Sachen persönlichkeitsentwickelnde Weiterbildungen und Coaching hat Deutschland sicherlich ein größeres Angebot als die Nachbarländer. .

 

 

Was sind die Hauptaufgaben des ECA in Hinblick auf die Didacta 2012?

 

Wir betonen die Wichtigkeit der Eigenverantwortlichkeit von Bildung. Heute kommt kein Arbeitnehmer mehr ohne selbstinitiierte Weiterbildung aus. Man muss bereit sein, in die eigene Bildung zu investieren – Zeit und Geld. Der Beruf des multiprofessionellen Coachs ist entstanden durch Menschen, die – allesamt in etablierten Berufen tätig -  Visionen entwickelt und eigeninitiativ realisiert haben. Bildung hilft uns, uns zu orientieren und bereits Erreichtes zu relativeren. Wir können den Wert von Bildung gar nicht genug betonen.

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